Jüdische Mitwirkende der Festspiele

Zu den Bayreuther Festspielen im Sommer 2012 wurde auf Initiative des Richard-Wagner-Museums Bayreuth unter dem Titel „Verstummte Stimmen“ eine zweiteilige Ausstellung erarbeitet. Sie erinnerte an jüdische und andere verfolgte Künstler, die vor und während des Dritten Reichs von der Mitwirkung an den Bayreuther Festspielen ausgeschlossen wurden. Nicht wenige wurden später deportiert, ermordet oder ins Exil getrieben.

Ein allgemeiner Teil der Ausstellung, der im Neuen Rathaus präsentiert wurde, machte anhand des Schicksals von 44 nach 1933 verfolgten Komponisten, Dirigenten und Solisten der deutschen Opernszene die Auswirkungen der nationalsozialistischen Musikpolitik deutlich. Der zweite Teil der Ausstellung, der im Festspielpark gezeigt wird, erinnert an die Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele, die wegen ihrer jüdischen Herkunft schon vor 1933 diffamiert oder nicht besetzt und im Dritten Reich von den nationalsozialistischen Machthabern ins Exil vertrieben oder ermordet wurden.

Aufgrund des positiven Zuspruchs einigten sich Stadt, Richard-Wagner-Stiftung und der Kurator der Ausstellung Hannes Heer im Jahr 2015 darauf, den Ausstellungsteil im Festspielpark dauerhaft dort als Außenausstellung zu belassen. Damit bietet sich sowohl der Bayreuther Bevölkerung wie auch den Festspielgästen eine Gelegenheit zur Auseinandersetzung und Information über dieses wichtige Thema. Zur Ausstellung ist sowohl ein ausführlicher Begleitkatalog wie auch ein Tagungsband erschienen.

Literatur:
Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die „Juden“ 1876 bis 1945. Eine Ausstellung von Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt, Berlin 2012, 416 S.
Hannes Heer/Sven Fritz (Hrsg.): „Weltanschauung en marche“. Die Bayreuther Festspiele und die „Juden“ 1876 bis 1945, Würzburg 2013, 230 S. (wagner in der diskussion Bd. 10)

Opfer unter den jüdischen Mitwirkenden der Festspiele
Standort

Stelen im Festspielpark
Neben der Siegfried-Wagner-Allee, 95445 Bayreuth

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